Samstag, 26 April 2014 03:00

Offenbarung 18,1-24

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Gastbeitrag von Marcus Heckerle, (Mitglied der Gemeindeleitung der FeG Limburg)

Als im September 2001 das World Trade Center in New York von Terroristen angegriffen wurde, fühlten sich manche an das Bild von der Zerstörung Babylons in unserem heutigen Abschnitt (Verse 9 und 18) erinnert. Der Börsenhandel wurde an jenem Tag ausgesetzt, d.h. die Kaufleute konnten nicht mehr handeln – und alle, die die Tragödie am Fernseher mitverfolgten, waren entsetzt, als sie den Rauch über der brennenden Stadt sahen.


Auch wenn es problematisch ist, dieses konkrete Ereignis auf unseren Bibeltext zu beziehen, lässt es uns zumindest erahnen, was am Ende der Welt geschehen wird. Aus Kapitel 7 (Vers 3) der Offenbarung wissen wir aber, dass wir als Gottes Volk nicht unter seinem Gericht stehen werden. Er hat uns sein Siegel aufgedrückt, um uns zu verschonen (vgl. Offenbarung 9,4). Doch ist dafür auch ein Gehorsamsschritt erforderlich, so wie Noahs Familie in die Arche gehen musste, um vor der Flut gerettet zu werden, oder wie Lot aus Sodom vor der Vernichtung fliehen musste (1.Mose 19,12ff). Weil Gott uns liebt, fordert er uns auf: „Verlass die Stadt, mein Volk, damit du nicht mitschuldig wirst an ihren Sünden und von ihren Plagen mitgetroffen wirst“.
Was bei Noah oder Lot ein echter Ortswechsel (rein in die Arche; raus aus Sodom) war, ist für uns heute geistlich zu verstehen. Es geht darum, dass wir als Gottes Volk eigentlich nicht von dieser Welt sind (Johannes 15,19), sondern unsere wahre Heimat die himmlische ist. Deshalb leben wir heute nur als Fremde und Gäste in dieser Welt (vgl. 1.Petrus 2,11). Als Bürger des Reiches Gottes haben wir andere Maßstäbe als diese Welt (so zum Beispiel die Bergpredigt). Deswegen sollen wir uns auch nicht dieser Welt anpassen, sondern uns von Gott und seinen Ordnungen prägen lassen. Wenn in Offenbarung 18 besonders stark Reichtum, Luxus und Profitgier angeprangert wird, sollte uns das zu denken geben. Gerade in einer Zeit, in der wirtschaftliche Interessen eine so große Rolle spielen, sei es in der Politik oder bei uns ganz persönlich. Wir sollten Jesu Mahnung beherzigen: „Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.“ (Lukas 12,15)
Was es nun konkret für uns heute bedeuten kann, „Babylon“ zu verlassen, erfahrt ihr morgen in der Predigt.

 

Gelesen 1629 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 24 April 2014 12:09

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